Weddell-Meer und Deception Island: Expedition pur
Meereis, Schwertwale, Vulkan-Caldera und außergewöhnliche Naturmomente
HANSEATIC Inspiration: Große Expeditionsroute intensiv mit Kap Hoorn (INS2500)
Wenn man nach dem einen Moment fragt, der eine Antarktis Expedition von allen anderen Reisen unterscheidet, dann landet die Antwort oft bei zwei Tagen: dem Weddell-Meer und Deception Island. Beide stehen exemplarisch für das, was eine echte Expeditionsreise ausmacht. Natur, die sich nicht planen lässt, sondern erlebt werden will.
Weddell-Meer: Wenn das Schiff ins Eis fährt
Um 6.45 Uhr ertönte die Durchsage des Kapitäns: Einfahrt in den Antarctic Sound und den Fridtjof Sound. Namen, die selbst verschlafen sofort nach Expedition klingen.
Der Antarctic Sound gilt als nördliches Tor zum Weddell-Meer, benannt nach dem schottischen Robbenfahrer James Weddell, der diese Region 1823 als erster Europäer durchfuhr. Der Fridtjof Sound erinnert an den norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Gemeinsam markieren sie den Moment, in dem aus einer Kreuzfahrt eine echte Polarreise wird.
Das Frühstück verschob sich an diesem Morgen ganz von selbst. Draußen passierte zu viel.
Dann erschien das erste Meereis. Eine geschlossene, weiße Fläche, die sich scheinbar endlos vor dem Schiff ausbreitete. Kapitän Wolter hielt Kurs. Mit ruhiger Selbstverständlichkeit schob sich das Schiff in die Eisfelder, ein tiefer Ruck ging durch den Rumpf, und plötzlich brach die Stille in ein leises Knacken und Krachen aus. Das rote Schiff arbeitete sich durch die Schollen, während das Eis aufsprang und sich hinter uns wieder schloss.
Ein Mitreisender meinte trocken: geschoben, nicht gebrochen. Der Kapitän sah das offenbar etwas anders und nahm wenig später erneut Kurs ins Eis, diesmal mit vollem Schub. Das Geräusch war bis aufs Außendeck zu hören, und selbst die Pinguine am Rand der Eisschollen schienen kurz innezuhalten.
Am Nachmittag zeigte das Weddell-Meer seine zweite Seite. Während einer Yoga Einheit an Deck tauchten plötzlich vier Schwertwale auf. Sie jagten einen Pinguin durch das eisige Wasser, direkt vor unseren Augen. Kein Film, keine Dokumentation, sondern ein Moment, der sich nicht wiederholen lässt.
Deception Island: Eine Caldera betritt man durch eine schmale Öffnung
Deception Island ist schon bei der Ankunft ein Ereignis. Die Einfahrt durch die Neptune’s Bellows ist nur rund 230 Meter breit. In der Mitte der Passage liegt ein Felsen, der lediglich 2,5 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Dahinter öffnet sich keine gewöhnliche Insel, sondern die überflutete Caldera eines aktiven Vulkans mit rund 15 Kilometern Durchmesser.
Wir erlebten die Passage aus der Ocean Academy, während das Schiff langsam in das Innere der Insel glitt.
In der Whalers Bay angekommen, führte der Landgang entlang schwarzer Vulkanstrände, vorbei an Eselspinguinen und einem Seeleoparden, der sich von der Anwesenheit der Gäste nicht im Geringsten beeindrucken ließ. Von einem Hügel aus öffnete sich der Blick über die gesamte Bucht, eingerahmt von dunklem Gestein und einer dramatischen, fast unwirklichen Lichtstimmung.
Dann folgte einer jener Momente, die sich schwer erklären lassen. Ein Bad im antarktischen Ozean, mitten in der Caldera eines Vulkans. Hotelmanagerin Tiziana ging voran, und wer wollte, folgte. Das Wasser war eiskalt, der Moment kurz, die Wirkung nachhaltig. Die heiße Dusche an Bord hatte danach eine völlig neue Bedeutung.
Am Nachmittag zeigte sich Deception Island noch einmal von seiner rauen Seite. Regen, Wind und schwarzes Gestein ließen die Landschaft wirken wie aus einer anderen Welt. Still, archaisch und beeindruckend zugleich.
Fazit
Was diese beiden Tage besonders macht
Weddell-Meer und Deception Island stehen für die zwei Gesichter einer Antarktis Expedition. Das eine zeigt das Spiel von Eis, Licht und Tierwelt in seiner extremsten Form. Das andere führt in eine geologische Landschaft, die aktiver kaum sein könnte.
Gemeinsam zeigen sie, was diese Reisen ausmacht. Die Natur gibt den Takt vor. Der Plan ist zweitrangig. Und genau daraus entstehen die stärksten Momente.
Wenn Sie sich für eine Antarktis Expedition interessieren, beraten wir Sie gerne persönlich zu Routen, Schiffen und dem besten Reisezeitraum. Viele der beschriebenen Eindrücke haben wir selbst erlebt.