Oceania Vista: Zu Besuch an Bord in Warnemünde
Was passiert, wenn Oceania seine bekannte Handschrift - Kulinarik, persönliche Atmosphäre, klassische Eleganz - auf eine neue und größere Schiffsklasse überträgt?
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Nach unserem Besuch der Oceania Sirena im Juli waren wir gespannt, wie sich die unverkennbare Handschrift von Oceania Cruises an Bord der deutlich jüngeren, 2023 in Dienst gestellten Vista anfühlen würde. Am 22. August 2026 lag sie in Warnemünde. Schon nach den ersten Minuten wurde deutlich, dass vieles vertraut wirkt und sich zugleich ausgesprochen modern präsentiert.
Die Farben, die Liebe zum Detail, die elegante Einrichtung und natürlich der ausgeprägte Fokus auf Kulinarik tragen unverkennbar die Handschrift von Oceania. Gleichzeitig überrascht die Vista mit einer Großzügigkeit, die man in ihrer Dimension erst wirklich versteht, wenn man an Bord steht.
Großzügigkeit, die man sofort spürt
Empfangen wurden wir erneut vom Oceania-Vertriebsteam. Unsere Besichtigung begann bei Kaffee und Getränken in der Horizons Lounge auf Deck 14. Hoch über dem Bug und mit weitem Blick über Warnemünde ist sie einer jener Orte, an denen sich die entspannte Atmosphäre des Schiffes sofort vermittelt. Die Vista bietet Platz für maximal 1.200 Gäste, um die sich rund 800 Crewmitglieder kümmern. Noch interessanter wird das Verhältnis mit Blick auf die Schiffsgröße: Bei einer Bruttoraumzahl von rund 67.000 sind andere Schiffe vergleichbarer Dimension für 2.000 bis 2.500 Passagiere ausgelegt.
Diese Zahlen erklären etwas, das wir während unseres Rundgangs immer wieder wahrgenommen haben: Oceania lässt seinen Gästen bemerkenswert viel Raum. Besonders sichtbar wird das auf den weitläufigen Pooldecks 12 und 14. Großzügige Liegeflächen, viel Abstand und unterschiedliche Aufenthaltsbereiche schaffen eine entspannte Atmosphäre. Kaffeeliebhaber sollten dabei einen Abstecher ins Baristas einplanen; für uns ohnehin einer der charmanten Treffpunkte an Bord.
Kulinarik als Herzstück der Vista
Dass Kulinarik bei Oceania eine zentrale Rolle spielt, wussten wir bereits von der Sirena. Auf der Vista wird jedoch noch einmal deutlich, welcher Aufwand hinter dem Anspruch „The Finest Cuisine at Sea“ steckt. Eine Zahl ist uns besonders im Gedächtnis geblieben: Auf lediglich acht bis zehn Gäste kommt ein Koch. Das ermöglicht einen hohen Anteil an À-la-minute-Zubereitung und erklärt, warum Essen bei Oceania weit mehr als eine Nebensache der Reise ist.
Auf Deck 14 liegen mit dem klassischen Steakhouse Polo Grill und dem italienischen Toscana zwei der Spezialitätenrestaurants. Beide sind ausgesprochen stilvoll gestaltet, und bereits die umfangreichen Speisekarten machen die Entscheidung für den Abend erfreulich schwierig. Später besuchten wir auf Deck 5 auch das asiatisch inspirierte Red Ginger und das moderne Ember. Jedes Restaurant besitzt eine eigene gestalterische Identität, fügt sich dabei aber harmonisch in das Gesamtbild des Schiffes ein.
Für eine ungezwungene Alternative sorgt das großzügige Terrace Café am Heck von Deck 12, wo Mittags und Abends ein umfangreiches Buffet angeboten wird. Und dann wäre da noch die Bakery. Ein Ort, an dem die guten Vorsätze spätestens beim Anblick der kleinen Patisserie-Kreationen für einen Moment in den Hintergrund treten dürfen.

Von der Kochschule bis zum perfekten Foto
Interessant fanden wir, dass Oceania Genuss und persönliche Interessen auch jenseits der Restaurants weiterdenkt. Im Culinary Center können Gäste ein- bis zweistündige Kochkurse zu wechselnden Themen buchen und selbst am Herd aktiv werden. Das Digital Center wiederum bietet Kurse rund um digitale Anwendungen und Fotografie. Sogar iPads können hier ausgeliehen werden.
Die elegante Bibliothek bildet dazu einen schönen Gegenpol und gehört für uns zu den Bereichen, in denen die bekannte Oceania-Handschrift besonders deutlich zu erkennen ist: kultiviert, wohnlich und angenehm zurückhaltend.
Viel Platz auch für Sport und Wellness
Auf den oberen Decks setzt sich das großzügige Raumgefühl fort. Auf Deck 15 und 16 finden aktive Gäste unter anderem eine Laufstrecke, Shuffleboard, einen Padel-Court, Minigolf sowie Golf Hitting Bays.
Besonders beeindruckt hat uns das Aquamar Spa auf Deck 15. Neben den Behandlungsräumen verfügt es über eine große Außenterrasse und wird durch ein sehr modern ausgestattetes Fitnesscenter sowie einen Styling-Salon ergänzt. Auch hier zeigt sich eine Qualität der Vista, die sich durch das gesamte Schiff zieht: Die einzelnen Bereiche wirken nicht nachträglich in vorhandene Flächen integriert, sondern haben den Raum bekommen, den sie benötigen.

Wie wohnt man auf der Vista?
Drei unterschiedliche Kategorien konnten wir während unseres Besuchs kennenlernen. Bereits der Veranda Stateroom bietet mit rund 27 Quadratmetern inklusive privater Veranda ein für diese Kategorie sehr großzügiges Raumangebot. Die Einrichtung ist hell, klassisch-elegant und ausgesprochen geschmackvoll. Man betritt die Kabine und fühlt sich unmittelbar wohl.
Noch einmal deutlich mehr Raum bietet die Penthouse Suite mit rund 41 Quadratmetern inklusive Veranda. Mit ihr kommen zusätzliche Annehmlichkeiten wie der persönliche Butler-Service. Besonders schön für einen entspannten Abend: Ein mehrgängiges Dinner kann in der eigenen Suite Gang für Gang vom Butler serviert werden, und zwar mit Gerichten aus allen Restaurants des Schiffes.
Ebenfalls besichtigen konnten wir einen rund 41 Quadratmeter großen barrierefreien Stateroom. Die großzügigen Bewegungsflächen zeigen, wie durchdacht Barrierefreiheit auf der Vista umgesetzt wurde. Allen Kategorien gemeinsam ist die hohe gestalterische Qualität. Die Vista ist hell und modern, bewahrt dabei aber jene klassische Eleganz, die wir bereits auf der Sirena kennengelernt hatten.
Und noch eine Besonderheit: Sämtliche Kabinen und Suiten der Vista sind Außenkabinen.

Ein Schiff, auf dem man gerne bleibt
Auf Deck 6 befinden sich einige der gesellschaftlichen Mittelpunkte des Schiffes. Die Grand Lounge, das Casino und die Founders Bar führen schließlich zum großzügigen Grand Dining Room. Gerade die Founders Bar lohnt einen Besuch. Cocktails werden hier mit besonderer Sorgfalt und Kreativität zubereitet. Für uns ist das ein schöner Ort für einen Drink vor oder nach dem Dinner.
Unser Mittagessen durften wir im Grand Dining Room genießen und konnten uns damit nach der Sirena ein zweites Mal selbst von der Küche Oceania Cruises überzeugen. Qualität, Präsentation und Service bestätigten den Eindruck, den wir bereits während des Rundgangs gewonnen hatten: auf exzellente Kulinarik wird bei Oceania großen Wert gelegt, und gelebt.
Wer zwischendurch ein wenig stöbern möchte, findet außerdem drei Boutiquen mit Mode, Accessoires, Uhren und Schmuck sowie Dingen des täglichen Bedarfs.
Die Oceania Vista hat uns begeistert. Vor allem, weil sich ihre Qualitäten an Bord so unmittelbar erschließen.
Da ist zunächst der Raum. 1.200 Gäste auf einem Schiff dieser Größe schaffen eine Großzügigkeit, die man in den Restaurants ebenso wahrnimmt wie auf den Außendecks, im Spa oder in den Lounges. Hinzu kommen rund 800 Crewmitglieder und eine Servicekultur, die persönlich, aufmerksam und herzlich ist. Das spürt man überall an Bord.
Besonders schön fanden wir nach unserem Besuch der Sirena, wie klar die Verbindung zwischen den Generationen erkennbar bleibt. Farben, Materialien, Kunst, Kulinarik und die kultivierte Atmosphäre tragen unverkennbar die Handschrift von Oceania. Die Vista interpretiert sie heller, großzügiger und zeitgemäß; und besitzt dabei eine bemerkenswerte Wärme.
Für uns war sie eine echte positive Überraschung. Ein modernes, stilvolles Schiff mit außergewöhnlich viel Platz, hervorragender Kulinarik und einer Atmosphäre, in der wir uns vom ersten Moment an wohlgefühlt haben.
Eine interessante Besonderheit für deutschsprachige Gäste: Oceania bietet ausgewählte Reisen der Vista mit deutschsprachiger Reisebegleitung an. Welche Abfahrten aktuell dazugehören, haben wir für Sie in unserer Reiseübersicht zusammengestellt.