Weihnachten und Silvester in der Antarktis
Festtage am Ende der Welt
HANSEATIC Inspiration: Große Expeditionsroute intensiv mit Kap Hoorn (INS2500)Es gibt Fragen, die man vor einer Antarktis Expedition selten gestellt bekommt. Eine davon lautet: Was passiert eigentlich mit Weihnachten und Silvester, wenn man mitten im Südatlantik unterwegs ist?
Nach dieser Reise war die Antwort klar: Man feiert diese Tage auf eine Weise, die sich an keinem anderen Ort der Welt wiederholen lässt. Und man kehrt verändert zurück.
Heiligabend in Stanley: Weihnachten am Ende der Welt
Am 24. Dezember lagen wir im Hafen von Stanley auf den Falklandinseln. Der Tag begann noch mit einem Ausflug zur Gipsy Cove: fünf Kilometer durch eine offene, windige Landschaft, Pinguine am weißen Strand, weite Horizonte und eine Stille, die perfekt zur Jahreszeit passte.
Am Abend wechselte die Atmosphäre an Bord vollständig. Zur Weihnachtsgala erschien der Weihnachtsmann persönlich, zunächst für die Kinder der Mitreisenden. Dann wurde plötzlich auch ein weiterer Name aufgerufen: Laura Birke. In der festen Überzeugung, dass es sich um ein Missverständnis handeln musste, blieb sie zunächst sitzen. Als niemand sonst reagierte, ging sie schließlich nach vorne, bekam ein Geschenk und ein Erinnerungsfoto und sorgte für einen der fröhlichsten Momente des Abends. Dass Elvir als heimlicher Wichtel dahintersteckte, stellte sich später heraus.
Was diesen Abend jedoch besonders machte, war nicht nur die Überraschung selbst, sondern das Umfeld: Weihnachten auf einem Expeditionsschiff, weit entfernt von Zuhause, gemeinsam mit Menschen, die sich erst wenige Tage zuvor begegnet waren, begleitet von einer Crew, die diesen Abend mit großer Herzlichkeit gestaltet hatte. Das festliche Dinner im HANSEATIC Restaurant, das Kerzenlicht und das leise Schaukeln des Schiffs machten diesen Heiligabend zu einem Moment, der sich nicht planen lässt.
Erster Weihnachtsfeiertag auf See: Ruhe zwischen den Wellen
Der 25. Dezember begann ruhig und ungewohnt entspannt. Nach einer Trainingseinheit an Bord gab es ein klassisches Weihnachtsessen, das in dieser Umgebung eine besondere Bedeutung bekam.
Am Abend lud Kapitän Ulf Wolter zu einer Gesprächsrunde ein und berichtete von seinen Erfahrungen in der Arktis, Antarktis und auf dem Amazonas. Es waren stille, persönliche Stunden, begleitet vom gleichmäßigen Rhythmus der Wellen.
Gerade an solchen Tagen wird deutlich, was das Leben an Bord einer Expeditionsreise ausmacht: die Nähe zwischen Gästen und Crew, der direkte Austausch und das Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein.
Silvester: Eis, Wellen und ein Wal namens „Eisberg Amore“
Der letzte Tag des Jahres begann mit einem Vortrag über den Antarktisvertrag, jenes historische Abkommen, das den Kontinent seit Jahrzehnten dem Frieden und der wissenschaftlichen Zusammenarbeit widmet. Ein passender Auftakt für einen Jahreswechsel am Ende der Welt.
Der Seegang blieb den ganzen Tag spürbar. Drei Meter hohe Wellen machten selbst kleine Bewegungen zu einer Herausforderung und gaben dem Tag eine besondere Dynamik.
Mit einer Mischung aus Humor und Seemannsgarn kündigte Kapitän Wolter schließlich einen einsam treibenden Eisberg mit dem Namen „Eisberg Amore“ an, der kurzerhand ins Bordfunkprotokoll aufgenommen wurde.
Am Abend folgte das festliche Silvesterdinner mit aufwendiger Dekoration, Glitzer-Desserts und einer liebevoll inszenierten Crew-Performance von „Dinner for One“. Als der Countdown erklang und die Champagnerkorken knallten, versammelten sich Gäste und Crew im HanseAtrium, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten.
Neujahr bei Point Wild: Elephant Island und ein kalbender Gletscher
Der erste Tag des neuen Jahres führte uns nach Elephant Island, genauer gesagt nach Point Wild. Dieser schmale Küstenstreifen ist eng verbunden mit der Geschichte von Ernest Shackletons Endurance Expedition, bei der 22 Männer hier viereinhalb Monate unter extremen Bedingungen überlebten.
Ein Bronzedenkmal erinnert an den chilenischen Kapitän Luis Pardo, der die Überlebenden schließlich rettete.
Während der Zodiac Fahrt entlang der Küste öffnete sich eine Szenerie aus Eis, Fels und Pinguinkolonien. Dann ereignete sich einer der eindrücklichsten Momente der Reise: Ein Gletscher kalbte direkt vor uns. Das Grollen, das Brechen des Eises und die entstehende Welle machten die Kraft dieser Landschaft unmittelbar spürbar.
Am Abend stießen wir mit einem Glas Champagner auf das neue Jahr an – umgeben von Eisbergen, Walen und der Stille des Südatlantiks.
Fazit
Warum diese Festtage so besonders sind
Weihnachten in Stanley, Silvester auf dem Südatlantik und Neujahr bei Elephant Island zeigen, was eine Antarktis Expedition ausmacht: keine klassischen Feiertage, sondern intensive Erlebnisse in einer Umgebung, die jeden Moment neu definiert.
Es geht nicht um Verzicht, sondern um Perspektivwechsel. Und genau daraus entstehen Erinnerungen, die bleiben.
Wenn Sie selbst darüber nachdenken, Weihnachten oder Silvester auf See zu verbringen, beraten wir Sie gerne persönlich zu Routen, Schiffen und dem idealen Reisezeitraum für Ihre Antarktis Expedition.