Paradise Bay und Lemaire Kanal: Die stille Magie der Antarktis
Antarktis Expedition mit Eisbergen, Walen und einzigartigen Landschaften
HANSEATIC Inspiration: Große Expeditionsroute intensiv mit Kap Hoorn (INS2500)Es gibt Momente auf einer Reise, die sich nicht planen lassen. Man kann die richtige Route wählen, das passende Schiff und die beste Jahreszeit. Ob die Natur jedoch ihre ganze Kraft zeigt, entscheidet sie selbst. In der Paradise Bay und im Lemaire Kanal zeigte sie sich an diesem Tag von ihrer eindrucksvollsten Seite.
Paradise Bay: Blautöne im Schneefall
Die Zodiac Tour begann früh am Morgen, noch vor dem Frühstück. Ein Kabinenfrühstück war zwar organisiert, blieb jedoch kaum angerührt. Die Gummistiefel warteten bereits, und draußen zog die Antarktis ihre eigene Bühne auf.
Die Paradise Bay zeigte sich in einem Zustand, der für die Farben des Eises ideal ist: Schneefall, dichter Himmel, kein direktes Licht. Was zunächst grau und kühl wirkt, lässt die Eisberge im Wasser in einem intensiven Blau erscheinen. Tief, klar und beinahe unwirklich. Der Guide brachte es auf den Punkt: Mit Sonne wäre es nur langweilig weiß.
Zwischen Schneeflocken und Gletscherwänden glitten die Zodiacs durch eine Landschaft der Stille. Dann die kurze Durchsage über Funk: Wal in Sicht.
Wenige Minuten später tauchte er direkt neben dem Boot auf. Groß, ruhig, vollkommen präsent. Kein Schauspiel, keine Inszenierung, nur ein Tier in seiner natürlichen Umgebung. Solche Momente lassen sich nicht fotografieren, sie bleiben im Gedächtnis.
Lemaire Kanal: Die sechs Kilometer der Stille
Am Nachmittag folgte einer der bekanntesten Abschnitte der
Antarktis Route: der Lemaire Kanal. Eine enge Meerenge zwischen der
Antarktischen Halbinsel und der Booth Insel, rund sechs Kilometer lang und an
der schmalsten Stelle nur etwa 720 Meter breit. Steile Bergflanken ragen hier
bis zu 1.000 Meter in den Himmel.
Unter Expeditionsreisenden gilt der Kanal als einer der
fotogensten Orte der Region. Nicht umsonst trägt er den inoffiziellen Namen
Kodak Gap.
Besonders markant ist Kap Renard am nördlichen Eingang mit
seinen zwei markanten Gipfeln, die heute auch als Una Peaks bekannt sind.
Während der Durchfahrt kam eine überraschende Einladung von
der Brücke. Der Kapitän bot an, die Passage von dort oben zu begleiten. Ein
Perspektivwechsel, der die Fahrt durch den Kanal noch eindrücklicher machte.
Während das Schiff ruhig durch das enge Fahrwasser glitt, öffnete sich der
Blick auf Eis, Fels und Wasser in perfekter Balance.
Danco Island und Wilhelmina Bay: Antarktis in ihrer Tiefe
Am nächsten Morgen stand Danco Island auf dem Programm. Über
festgetretene Pinguinrouten, sogenannte Highways, bewegten sich Eselspinguine
unbeeindruckt durch die Landschaft, während der Schnee unter den Füßen
knirschte. Ein kurzer Aufstieg führte zu einem Aussichtspunkt mit weitem Blick
über die Antarktische Halbinsel, Gletscher, Kolonien und das offene Meer.
Den Abschluss dieses Abschnitts bildete die Wilhelmina Bay,
auch bekannt als Whale Mania Bay. Und der Name war Programm.
Im weichen Abendlicht glitten Wale durch das Meer, während
ein Seeleopard regungslos zwischen den Eisschollen trieb. Die Landschaft wirkte
dichter, ruhiger und zugleich lebendiger als alles zuvor Erlebte.
Fazit
Warum diese Tage im Gedächtnis bleiben
Paradise Bay, Lemaire Kanal, Danco Island und Wilhelmina Bay
zeigen die Antarktis in ihrer stillsten und zugleich eindrucksvollsten Form. Es
sind nicht nur die Orte selbst, sondern die Zwischenräume aus Licht, Wetter und
Bewegung, die diese Tage so besonders machen.
Wer hier unterwegs ist, erlebt keine Abfolge von
Sehenswürdigkeiten, sondern eine Landschaft, die sich ständig verändert und
dennoch in Erinnerung bleibt.
Wenn Sie sich für eine Antarktis Expedition interessieren,
beraten wir Sie gerne persönlich zu Routen, Schiffen und dem idealen
Reisezeitraum. Viele der beschriebenen Erlebnisse haben wir selbst so erfahren.